Einstellungsfehler beim Erzeugen von Druckdaten und im CtP-RIP
Kleine Ursache – große Wirkung: Unerkannte Einstellungsfehler beim Erzeugen von Druckdaten und im CtP-RIP können gravierende Qualitätsmängel nach sich ziehen

Die böse Überraschung zeigt sich meist erst in der Druckmaschine: grießiger Ausdruck, Flecken, Streifen bzw. Interferenzmuster in Verläufen oder Farbverschiebungen im Vergleich zur Vorlage. Eine im Auftrag des bvdm durchgeführte Untersuchung der FOGRA zeigt auf, welche Ursachen für die genannten Probleme in Frage kommen und auf welche Weise gegebenenfalls problematische Einstellungen im Vorfeld getestet werden können. Die Ergebnisse sind in der neuen bvdm-Publikation „Optimale Bildqualität bei der Druckformherstellung mit CtP-Systemen“ festgehalten.

Ausgangspunkt für die Untersuchung war die Frage, inwieweit originäre Aufgaben des Farb-managements auch durch Anpassungen der Tonwertübertragung im CtP-RIP gelöst werden können. Diese Frage stellt sich beispiels­weise dann, wenn Druckdaten für eine andere als die geplante Druckbedingung angeliefert werden (z.B. Anlieferung für Offsetdruck im 60er Raster, gedruckt wird jedoch mit einem nichtperiodischen Raster) und für die geplante Bedingung kein ICC-Profil vorliegt bzw. wegen erwarteter Probleme bei der Profilkonvertierung nicht eingesetzt werden soll.

Eine Verwendung von Tonwertkorrekturkurven anstelle von ICC-Profilen ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn der mit beiden Methoden erzielte Farbraum identisch ist. Da jedoch vermutet wurde, dass nichtperiodische Raster einen größeren Farbraum besitzen als die üblichen amplitudenmodulierten Raster, musste überprüft werden, ob dies tatsächlich der Fall ist.

Einen weiteren Ansatz für die Prüfungen waren Beobachtungen aus der Praxis, dass sich bei sehr ausgeprägten Tonwertkorrekturen häufig Störungen in Verläufen zeigten. Deswegen wurden umfangreiche Tests durchgeführt, bei denen mit verschiedenen Linearisierungs- und Tonwert-korrekturkurven bebilderte Druckplatten und die mit ihnen erzeugten Drucke visuell beurteilt wurden.

Weiterhin wurden folgende Parameter auf ihre Auswirkungen hin überprüft:

Ø Dithering-Einstellungen in Anwendungsprogrammen

Ø unterschiedliche Dateiauflösungen im Vergleich zur Adressierauflösung des CtP-Bebilderers

Ø unterschiedliche Rasterarten

Ø unterschiedliche Rasterfrequenzen bzw. -Rasterpunktgrößen

Ø unterschiedliche Adressierauflösungen des CtP-Bebilderers

Die Veröffentlichung enthält neben den Untersuchungsergebnissen zahlreiche Empfehlungen zur Qualitätssicherung bei der Druckplattenbebilderung. Außerdem wird anhand von Arbeitsanleitungen beschrieben, wie die Auswirkungen von Einstellparametern selbst überprüft werden können. Die beigelegte CD-ROM bietet darüber hinaus 22 3D-Ansichten der beschriebenen Farbraum-veränderungen.

Ulrich Schmitt, Optimale Bildqualität bei der Druckformherstellung mit CtP-Systemen,
RIP-Einstellungen und ihre Auswirkungen, Art.-Nr. 85493, 68 Seiten DIN A4 + CD-ROM, 2006

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