| Unternehmerforum der Druck- und Medienindustrie in Hamburg |
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BDA-Präsident Hundt prangert illusionäre Lohnforderungen von ver.di an
Eine für die Branche illusionäre Lohnforderung nannte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Prof. Dr. Dieter Hundt, die Forderung der Gewerkschaft ver.di von 5,5 Prozent für die Beschäftigten der Druckindustrie anlässlich des Unternehmerforums des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm).
Zu diesem Spitzentreffen in Hamburg diskutierten am Freitag, 1. April 2011, rund 130 Unternehmer über die marktstrategischen und wirtschaftlichen Weichenstellungen der Druck- und Medienindustrie.
Hundt: „Verantwortungsloses Anspruchsdenken“ ver.di habe sich mit seinem Anspruchsdenken verantwortungslos an die Forderungen in anderen Branchen angelehnt, kommentierte Hundt die beginnende Lohn- und Manteltarifverhandlungen in der Branche. Auch der aktuelle Lohnabschluss in der Chemieindustrie von 4,1 Prozent dürfe kein Maßstab für andere Branchen wie die Druckindustrie sein. Vielmehr müsse es gelingen, mit ver.di zu zeitgemäßen Regelungen zu kommen.
Arbeitgeber fordern wirtschaftsfreundlichen Rahmen: (von links) bvdm-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel, BDA-Präsident Prof. Dieter Hundt, bvdm-Präsident Rolf Schwarz beim Unternehmerforum des Bundesverbandes Druck und Medien in Hamburg.
Er mahnte: Die Wirtschaft habe die wirtschaftliche Krise noch nicht voll überwunden. Unternehmen und Beschäftigte leisteten gemeinsam einen entscheidenden Beitrag zur Beschäftigungssicherung. Dabei sicherten vor allem Flexibilisierungsmaßnahmen bei der Arbeitszeit und flexible Lohnkomponenten Arbeitsplätze in der Krise.
Der Bundesverband Druck und Medien fordert eine dringende Reformierung des Manteltarifvertrages in der Druckindustrie, um Kosten zu senken und die Unternehmen zu entlasten. Seit Jahren gehen die Umsätze, die Zahl der Betriebe und Beschäftigten in der Branche massiv zurück. Der bvdm erwartet schwierige Verhandlungen, da es aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation der Branche kaum Verhandlungsspielräume gibt.
bvdm-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel: „Wir appellieren an die Beschäftigten in den Betrieben, sich gemeinsam mit ihren Arbeitgebern für Arbeitsplatzsicherheit und Zukunftssicherung einzusetzen. Wir brauchen eine Politik der Vernunft, um diese schwierigen Zeiten für die Branche zu meistern.“
Mobile und Print als Partner? Das Unternehmerforum des bvdm stand in diesem Jahr im Zweiklang zwischen Markt und Tarifpolitik. Bvdm-Präsident Rolf Schwarz dazu: „Als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband sehen wir hier unsere dringlichste Aufgabe, den Betrieben Impulse und Orientierung und den Interessen der Arbeitgeber politisches Gehör zu geben.“
Wie formiert sich die Medienbranche in den kommenden Jahren? Die anschließende Podiumsdiskussion zwischen Druckunternehmern, Unternehmensberatern und Vertretern von Microsoft und Google gab Antworten darauf.
Sönke Boyens, Präsidiumsmitglied des bvdm und Geschäftsführer von Boyens Medien in Heide, sieht die Kernkompetenz des Unternehmens nicht mehr nur im Druck, sondern vielmehr in der Informationsvermittlung. „Wir entwickeln uns mit unseren Kunden,“ so Boyens. Unternehmensberaterin Katja Horter (Berlin) appellierte an die Unternehmer, neue Märkte wie die App-Entwicklung zu besetzen. Die Besetzung dieser neuen Bereiche der Wertschöpfung sei noch nicht abgeschlossen und der Bedarf an mobilen Publishing-Lösungen weiter steigend“, so Horter.
Trittbrettfahrer, Taxi oder eigener Fuhrpark? Ihr Rat: „Partnern Sie!“. Möglich Handlungsoptionen seien, diese Leistung inhouse mit „eigenem Fuhrpark“ oder in unterschiedlicher Kooperationstiefe mit Partnern als „Trittbrett- oder Taxifahrer“ anzubieten. Auch Kai Oberbeck von Google Deutschland appellierte: „ Das mobile Internet bietet sich an, Märkte zu testen.“ Das Internet sei ein klassisches Kooperationsgeschäft. Oberbeck: „Es gibt einen großen Pool an Entwicklern, die den Unternehmen als Berater zur Verfügung stehen.“
Sind Print und mobile Medien Kooperationspartner oder Wettbewerber? Zum Unternehmerforum des bvdm diskutierten Unternehmensberaterin Katja Horter, bvdm-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel, Kai Oberbeck, Google Deutschland, Sönke Boyens, Boyens Medien und Frank Fischer, Microsoft Deutschland (von links).
Grafisches Know-how als Plus Das große Plus, das die Branche in künftige Partnerschaften mit einbringen könne, sei das grafische Know-how, so Frank Fischer von Microsoft. „Print hat sich der Digitalisierung gestellt und wird sich auch diesem Trend stellen“, ist sich Unternehmensberater Michael Enzenauer sicher.
Ein Fazit der Runde: Print und mobile Medien stehen natürlich im Wettbewerb. Doch es gilt, sich diesem bewusst zu stellen und jedes Unternehmen entsprechend zu positionieren. Ob Konzentration auf Print, Kooperationen in der Wertschöpfungskette oder Ausbau neuer Geschäftsfelder – die Entscheidung über die richtige Strategie bleibt dem einzelnen Unternehmer überlassen. Das bvdm-Unternehmerforum zeigte mögliche Optionen.
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