Mineralölrückstände in Lebensmittelverpackungen
Bei aktuell durchgeführten Untersuchungen wurden Mineralölrückstände in Lebensmitteln festgestellt.
Diese sind möglicherweise auf Druckfarbenrückstände im Recyclingpapier zurückzuführen.

Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir nachstehendes Positionspapier:

1. In den Druck- und Medienverbänden ist vornehmlich die grafische Druckindustrie organisiert, das heißt Druckereien für Zeitschriften, Zeitungen, Kataloge, Bücher. Hauptansprechpartner für den Verpackungsdruck sind traditionell die „Wirtschaftsverbände Papierverarbeitung“ (WPV) mit seinen Fachverbänden wie dem Fachverband Falt­schachtelindustrie (FFI). Die WPV hat ihre Mitglieder im Rahmen einer Selbstverpflichtungserklärung zum Verzicht auf mineralölbasierte Verpackungsdruckfarben verpflichtet.

2. Diese Selbstverpflichtungserklärung zum Verzicht auf mineralölbasierte Verpackungsdruckfarben wird vom bvdm ausdrücklich unterstützt. Mitgliedsbetriebe werden über die Problematik informiert und auf die freiwillige Selbstverpflichtungserklärung der Partnerverbände hingewiesen.

3. Zeitungsdruckfarben sind für ihre vorgesehene Verwendung gesundheitlich unbedenklich. Die Problematik entsteht durch die Nicht-Trennung der Altpapierkreisläufe. Eine bessere Trennung der Altpapierkreisläufe in grafisches Altpapier und Verpack­ungs­papier/Karton/Pappe ist nach Meinung des bvdm der bessere Weg, einen Eintrag von Zeitungsdruckfarben in Kartonagen zu verhindern. Hierzu wäre vor allem die derzeit übliche „Gemischtsammlung“ von Altpapieren in der blauen Tonne bei den Verbrauchern zu optimieren.

Der Bundesverband und die Landesverbände Druck und Medien appellieren auf diesem Wege, einen besseren Gesundheits- und Verbraucherschutz bei Lebensmittelverpackungen herbeizuführen.

4. Verleger, Zeitungsdrucker und Druckfarbenhersteller arbeiten dennoch an möglichen alternativen Farbrezepturen, welche die hohen Anforderungen an Verdruckbarkeit und Recyclingfähigkeit erfüllen.